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Architektur- und Stadtraumfotografie

Auf dieser Website wird Großes und Großartiges genauso wie Banales und Mediokres gezeigt. Letzteres ist in Überzahl vorhanden. Ich fotografiere nicht nur gute Beispiele modernen und alten Bauens, sondern auch das andere, das Misslungene, das Mittelmäßige. In Stuttgart, Berlin und anderswo.

Wenn Sie Ihr Projekt fotografisch dokumentiert haben möchten – als Planungsbüro, als Bauherr, als Architekt, als Zeitschrift oder als Behörde – Architekturfotografie benötigen oder einfach schön finden, freue ich mich auf Ihre Anfrage.

Diese Website ist work in progress. Texte kommen hinzu oder ändern sich, werden erweitert und ergänzt; Fotografien kommen hinzu, Projekte kommen hinzu… Schauen Sie ab und zu rein. Die Zukunft ist OFFEN

Hans Siersleben

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Quellen / Literaturempfehlungen
(wird fortgesetzt):

  • Marc Augé: Nicht-Orte. Frankfurt am Main 1994
  • Philip Johnson: Texte zur Architektur. Stuttgart 1982
  • Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden. Frankfurt am Main 1965
  • Roland Ostertag: Stuttgart – Zauber der Topographie und Elend der Stadtplanung. Stuttgart 2016
  • Roland Ostertag: Stuttgart soll schöner werden. Warum muss so vieles so hässlich sein? Stuttgart 2007
  • Matthias Roser: Der Stuttgarter Hauptbahnhof. Vom Denkmal zum Mahnmal. Stuttgart 2010
  • Aldo Rossi: Die Architektur der Stadt. Skizze zu einer grundlegenden Theorie des Urbanen. Basel 2015
  • Werner Durth und Paul Sigel: Baukultur: Spiegel gesellschaftlichen Wandels. Berlin 2009
  • Camillo Sitte: Der Städte-Bau nach seinen künstlerischen Grundsätzen. Reprint der Erstausgabe, Wien 2003
  • Gustav Wais: Alt-Stuttgarts Bauten im Bild. Stuttgart 1951
  • Gustav Wais: Stuttgart im neunzehnten Jahrhundert. Stuttgart 1955
  • Peter Zumthor: Architektur denken. Basel 1998

Architektur: Gedächtnisraum

Es ist viel gebaut worden in den letzten paar Jahrzehnten, aber vor allem ist viel abgerissen worden. Deutsche Stadtzentren – so die Stuttgarter oder Kölner Innenstadt – bestehen zu weiten Teilen aus Nachkriegsarchitektur. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Vieles, was wiederherstellbar gewesen wäre oder sogar noch intakt war, abgerissen worden. Einige Pretiosen aus dieser Nachkriegszeit (die gibt es durchaus!) sind ebenso bereits wieder “verschwunden” und existieren heute nur noch dank der Architekturfotografie – als Fotografien.

Abrisswellen

Nach der “ersten Zerstörung” (Roland Ostertag) durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg folgten – auch in Stuttgart – weitere Zerstörungswellen durch den “Wiederaufbau” und den sogenannten Flächensanierungen, die sachlich korrekterweise als Kahlschlagsanierungen bezeichnet werden: dauerhafte und fortgesetzte Stadtzerstörung, die mancherorts mehr Schaden angerichtet hat als die alliierten Luftangriffe. Und immer noch ist historische, stadtbildprägende Bausubstanz vorhanden, die abgeräumt wird, auch schon mal ohne Genehmigung in Nacht- und Nebelaktionen: So sind 2004 fast die letzten Reste der noblen Bebauung an der Stuttgarter Neckarstraße verschwunden

Allerdings kann der Geist nicht irren, da, wo keiner vorhanden ist (H. v. Kleist)

Überlässt man Stadtplanung den Investoren, verabschiedet man sich (zumeist) von der Stadt als urbaner Idee. Man entlässt sie in die Ödnis und Planlosigkeit der Geld-Interessen von Investorengesellschaften. Oder man lässt Bauherren minderen Geschmacks walten, anstatt verbindliche Gestaltungsrichtlinien zu entwickeln und durchzusetzen. Die Bauordnungen werden derweil immer komplizierter, die Vorgaben zahlreicher, das Bauen teurer.

Autogerechte Stadtlandschaften vs. Stadtraum

Welchen Planungsideen, wenn es überhaupt welche gibt, hängt beispielsweise die Stuttgarter Stadtverwaltung nach? Welche Agenda hat der Bauherr? Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg war die Sache klar. Da musste schnell viel Wohnraum geschaffen werden. Aber man sah auch die Möglichkeit, Tabula Rasa zu machen und die monströsen Stadtplanungsideen der 1920er und -30er Jahre zu realisieren. Plan Voisin model

Modell des Plan Voisin für Paris von Le Corbusier von 1925

Wir haben die “Nachhaltigkeit” dieser Zerstörungen jeden Tag vor Augen. Die Stadt wurde als “Stadtlandschaft” gedacht, das Urbane als das zu Beseitigende betrachtet, der Mensch darin als Marginalie. Dabei ist die Idee der “Stadtlandschaft” an sich bereits Anti-Urban, gegen die Stadt gerichtet. Die autogerechte “Stadtlandschaft” war die konsequente Fortschreibung dieser monströsen Phantasien.

… wird fortgesetzt …